Protagonist*inIbraimo Alberto

Ibraimo Alberto wird 1963 in Mosambik auf der Farm eines portugiesischen Großgrundbesitzers geboren. Das Recht, die Schule zu besuchen, muss er sich erkämpfen. Erst 1975, nach fast 500 Jahren portugiesischer Kolonialherrschaft, wird das Land unabhängig. Ibraimo kommt 1981 als Vertragsarbeiter in die DDR. Er träumt davon, ein Sportstudium zu absolvieren. Stattdessen wird er im Fleischkombinat Berlin zum Fleischer ausgebildet. Nach Ablauf des ersten Vertrags und einem kurzen Aufenthalt in Mosambik kommt er 1986 erneut in die DDR und wird als Gruppenleiter für mosambikanische Vertragsarbeiter*innen im Glaswerk Stralau eingesetzt.

Ibraimo Alberto und Luciano Luis João, Boxverein Tiefbau Berlin, 1981, Foto: privat

Ibraimo Alberto beginnt gleich nach seiner Ankunft in Ostberlin mit dem Boxtraining. Später nimmt er an mehreren Wettkämpfen in der DDR und im Ausland teil.  Seine sportlichen Erfolge ermöglichen 1988 so etwas wie eine Teil-Einbürgerung: Bei internationalen Wettkämpfen tritt er für die DDR an, die volle Staatsbürgerschaft erhält er jedoch nicht.

1990 zieht er von Berlin nach Schwedt und boxt für PCK Schwedt zehn Jahre lang in der Bundesliga. Er macht eine Ausbildung zum Sozialarbeiter. In Schwedt ist Alberto mehrere Jahre Stadtverordneter und Ausländerbeauftragter. 2011 verlässt er die Stadt aufgrund andauernder rassistischer Angriffe auf ihn und seine Familie. Heute lebt er in Berlin und arbeitet mit Migrant*innen und Geflüchteten.

Über seine Biografie ist ein Buch erschienen:
Ibraimo Alberto mit Daniel Bachmann: Ich wollte leben wie die Götter, Kiepenheuer&Witsch, 2014