Protagonist*inOrquídea Chongo

Orquídea Chongo ist 1961 in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo geboren und aufgewachsen. Dort besucht sie erfolgreich die Schule bis zur achten Klasse. Die regierende FRELIMO (Frente de Libertação de Moçambique) legt in den ersten Jahren der Unabhängigkeit Mosambiks den Fokus auf die Alphabetisierung des Landes. Dafür müssen sich gute Schüler und Schülerinnen mit acht Jahren Schulbildung zu Lehrer*innen ausbilden lassen. Orquídea wollte jedoch selbst weiter zur Schule gehen. 1980 kommt sie als Vertragsarbeiterin und hofft in der DDR studieren zu können. Nach einem Jahr in Luckenwalde wird sie 1981 nach Apolda versetzt und im VEB Thüringer Obertrikotagen Apolda zur Textilfacharbeiterin ausgebildet.

1990 kehrt sie zurück nach Mosambik. Über die Möglichkeit, in Deutschland zu bleiben, hatte sie keine Informationen. Doch nach zehn Jahren in Europa gelingt es ihr nicht, in Mosambik wieder Fuß zu fassen. Eine Arbeitsmöglichkeit in ihrem Beruf gibt es dort nicht. 1993 kehrt sie nach Deutschland zurück und kämpft mehrere Jahre um eine Arbeitserlaubnis. Heute arbeitet sie in der Pflege in einem Seniorenheim.

Orquídea Chongo, ca. 1984